Jobs

Jobsuche in Deutschland

Ist es EU-Staatsangehörigen erlaubt, zur Arbeitsuche nach Deutschland einzureisen und sich hier aufzuhalten?

EU-Bürger dürfen zur Arbeitsuche nach Deutschland einreisen und sich hier aufhalten. Das steht in § 2 Abs. 1 Nr. 1, 2. Alt. FreizügG/EU. Für die Einreise benötigen die EU-Staatsangehörigen nur einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.

Das Recht, sich in Deutschland zur Arbeitsuche aufzuhalten, besteht drei Monate lang. Darüber hinaus besteht es solange, wie der EU-Bürger nachweisen kann, dass er ernstlich und mit begründeter Aussicht auf Erfolg Arbeit sucht. Nach Ablauf der drei Monaten kann die Ausländerbehörde verlangen, dass der Unionsbürger die Voraussetzungen für die Ausübung des Freizügigkeitsrechts als Arbeitsuchender glaubhaft macht.

Wie können sich arbeitsuchende EU-Bürger über freie Stellen in Deutschland informieren?

In der heutigen Zeit bietet sich insbesondere das Medium Internet für die Suche nach Jobs und Arbeitsstellen in Deutschland an. Daneben kann man sich auch an die Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland wenden.

Eine sehr gute Möglichkeit bietet auch unser Jobnetzwerk "EU to Germany". Stellen Sie ein Bewerberprofil in unsere Datenbank. Zehntausende von Arbeitgebern haben darauf Zugriff.

Arbeitslosengeld

Haben EU-Bürger, die zur Arbeitsuche neu nach Deutschland eingereist sind, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld nach dem nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III)?

Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht für neu nach Deutschland gekommene arbeitsuchende EU-Ausländer normalerweise nicht. Für EU-Bürger kommt ein Anspruch auf deutsches Arbeitslosengeld nur in Betracht, wenn sie zuletzt in Deutschland gearbeitet haben und die sonstigen allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind. Bei bisher nicht in Deutschland beschäftigten EU-Ausländern fehlen sind diese Anspruchsvoraussetzungen nicht gegeben.

Möglicherweise können EU-Ausländer aber einen im Herkunftsland erworbenen Anspruch auf Arbeitslosengeld für eine dreimonatige, unter Umständen auf bis zu sechs Monate verlängerbare Dauer zum Zweck der Arbeitsuche nach Deutschland exportieren.

Das setzt voraus, dass sie im Herkunftsland arbeitslos gemeldet und bei der dortigen Arbeitsverwaltung einen entsprechenden Antrag über ein Formblatt gestellt haben.

Sozialleistungen

Haben EU-Ausländer, die zur Arbeitsuche neu nach Deutschland eingereist sind, einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (ALG II / Hartz IV) oder auf Sozialhilfe?

Grundsatz

Gemäß § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SGB II haben arbeitsuchende EU-Staatsangehörige wie alle Ausländer während der ersten drei Monate ihres Aufenthaltes in Deutschland keinen Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II ausgeschlossen. Sie bekommen keine staatlichen Sozialleistungen.

Auch nach den ersten drei Monaten bekommen EU-Ausländer entsprechend § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II keine Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (ALG II / Hartz IV), wenn sie sich ausschließlich zum Zweck der Arbeitsuche in Deutschland aufhalten.

Gemäß § 23 Abs. 3 SGB XII haben Ausländer auch keinen Anspruch auf Sozialhilfe, wenn sich ihr Aufenthaltsrecht allein aus dem Zweck der Arbeitssuche ergibt.

Ausnahmen

EU-Ausländer, die eine Arbeit in Deutschland suchen, haben einen Anspruch auf staatliche Sozialleistungen jedoch dann, wenn sie bereits zuvor in Deutschland erwerbstätig waren oder wenn sie die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates haben, der das Europäische Fürsorgeabkommen vom 11. Dezember 1953 (EFA) unterzeichnet hat. Von den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten trifft dies nur für Staatsangehörige Estlands und Malta zu.

Anerkennung von beruflichen Qualifikationen

Wie werden in anderen Mitgliedstaaten erworbenen Qualifikationen anerkannt?

Will der EU-Ausländer einen staatlich reglementierten Beruf in Deutschland ausüben, so muss erst ein Verfahren zur Anerkennung der Berufsqualifikation durchgeführt werden.

Soll ein Beruf ausgeübt werden, der in Deutschland nicht staatlich reglementiert ist, muss kein Anerkennungsverfahren durchlaufen werden.

Hochschulabsolventen können sich von der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen eine individuelle Zeugnisbewertung geben lassen. So können sie ihre Chancen auf eine Arbeitsstelle in Deutschland verbessern.

Dürfen Arbeitgeber deutsche Sprachkenntnisse zur Voraussetzung für eine Arbeitsstelle machen?

Arbeitgeber dürfen von Bewerbern aus anderen EU-Mitgliedstaaten deutsche Sprachkenntnisse verlangen und diese zur Voraussetzung für die Stellenbesetzung machen. Die geforderten deutschen Sprachkenntnisse müssen jedoch angemessen und für die ausgeschriebene Arbeitsstelle erforderlich sein.

Auf keinen Fall dürfen die Sprachkenntnisse ein Vorwand sein, um Unionsbürger zu diskriminieren und auszuschließen. Selbstverständlich gibt es Arbeitsstellen, für deren Besetzung sehr gute deutsche Sprachkenntnisse unabdingbar sind. Nicht erlaubt ist es aber von Bewerbern zu verlangen, dass sie "Muttersprachler" sein müssen.